Agrarförderung
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Freigabe der Brachen und Zwischenfrüchte zur Futternutzung

Aufgrund der Ukrainekrise gibt es im aktuellen Antragsjahr 2022 erneut eine Regelung zur Freigabe zur Futternutzung der als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) angelegten Brachen und der im Rahmen der Erbringung von ökologischen Vorrangflächen angebauten Zwischenfrüchte. Der Vorschlag einiger Bundesländer, ÖVF-Brachen für den Anbau von beliebigen Kulturpflanzen für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion in diesem Jahr freizugeben, konnte sich im Bundesrat nicht durchsetzen.


ÖVF-Brachen

Blühstreifen
BlühstreifenNicola Miklis

Der Aufwuchs auf ÖVF-Brachen (ÖVF 062) kann ab dem 01. Juli zu Futterzwecken genutzt werden. Diese Nutzung kann durch eine Beweidung oder durch eine Mahd des Aufwuchses für Futterzwecke erfolgen. Eine Weitergabe des Aufwuchses an andere landwirtschaftliche Betriebe ist unentgeltlich möglich. Weitergehende Bearbeitungsschritte, beispielsweise die Düngung oder eine Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sind nicht erlaubt. Eine Verwendung des Aufwuchses in einer Biogasanlage ist nicht zulässig, da die Freigabe nur für die Futternutzung gilt. Die Freigabe der ÖVF-Brachen umfasst nicht die ÖVF-Honigbrachen (ÖVF 065, 066). ÖVF-Feldrand- und Pufferstreifen (ÖVF 057, 058) sowie die ÖVF-Waldrandstreifen (ÖVF 054) sind von dieser Regelung nicht betroffen, da hier die generelle Beweidung und Schnittnutzung außerhalb der Brut- und Setzzeit (01.04. -30.06.) zulässig ist.

Sollen Bracheflächen, die nicht als ökologische Vorrangfläche beantragt wurden, zur Futtergewinnung genutzt werden, muss der Antragstellende über ANDI 2022 eine Nutzungsänderung mitteilen.

Achtung: Die Nutzung einer ÖVF-Brache im Zeitraum 01.07.2022 bis 15.07.2022 bedeutet, dass die Fläche wieder in die Erzeugung genommen wurde. Die Regelungen zur Anbaudiversifizierung gelten grundsätzlich weiterhin. Für die Berechnung der Anteile der verschiedenen Kulturen nach Artikel 44 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 wird der Zeitraum vom 01.06. bis 15.07. berücksichtigt (§ 17 Abs. 1 der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung). Erfolgt die Futternutzung der brachliegenden Flächen vor dem 16.07., so gelten die Flächen in der Anbaudiversifizierung nicht mehr als Brache, sondern als Gras- oder Grünfutterpflanzen. Ausschließlich die beantragte ÖVF-Gewichtung wird wie beantragt angerechnet. Der beantragte Nutzungscode plus die beantragte ÖVF bleibt jedoch erhalten, so dass es keine Auswirkungen auf den Grünlandstatus gibt.

Für das Bundesland Niedersachsen gibt es deshalb für Niedersachsen/ Bremen/ Hamburg für die Nutzung der ÖVF-Brachen (062) zwischen dem 01.07. bis zum 15.07.2022 ein Anzeigeverfahren. Einen Anzeigevordruck finden Sie hier. Diese Anzeige ist bei der zuständigen Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen vor der tatsächlichen Nutzung einzureichen. Bei einer Futternutzung nach dem 15.07.22 ist keine Anzeige mehr erforderlich.

 

ÖVF-Zwischenfrüchte

Neben den Brachen sind auch die ÖVF-Zwischenfrüchte (ÖVF 024 und 052) zur Futternutzung freigegeben worden. Die Futternutzung erstreckt sich auch auf die ÖVF-Untersaaten (ÖVF 026 und 053). Die ÖVF-Zwischenfruchtflächen, die bis zum 1. Oktober eingesät sein müssen, dürfen ebenfalls beweidet oder gemäht werden. Auch bei den Zwischenfrüchten scheidet eine Nutzung in einer Biogasanlage aus und ebenso bleibt das Verbot einer mineralischen Düngung oder der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln bestehen. Die Ausbringung von organischem Dünger ist unter Beachtung der Vorgaben der Düngeverordnung nach Aberntung der Hauptkultur zulässig. Eine Weitergabe des Aufwuchses ist auch bei den Zwischenfrüchten erlaubt.

Hinsichtlich der Aussaat von ÖVF Zwischenfrüchten oder etwaigen Modifikationsanträgen gelten die bestehenden Vorgaben.

Soweit eine Futternutzung auf ökologischen Vorrangflächen, Brachen oder Zwischenfruchtanbau- oder Untersaatflächen erfolgen soll, auf denen eine Agrarumweltmaßnahme durchgeführt wird, sind die mit der Agrarumweltmaßnahme verbundenen Auflagen in jedem Fall weiterhin einzuhalten.

Kontakte


Nicola Miklis

Thomas Lihl

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