Agrarförderung
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Förderung "Mehrjähriger Wildpflanzenanbau"

Seit Juni können in Niedersachsen Anträge zur Förderung des Anbaus mehrjähriger Wildpflanzen mit Beimischung von Kulturpflanzen mit der Nutzung zur energetischen Gewinnung gestellt werden. Gefördert wird die Anlage und Pflege von mehrjährigen Blühflächen mit dreijähriger Nutzung auf Ackerland als Ausgleich von Bewirtschaftungs- bzw. Nutzungsverlusten.

Die Zuwendung beträgt jährlich 500 EUR/ha, bei einer maximal förderfähigen Fläche von 10 ha je Betriebsinhaberin oder Betriebsinhaber (Mindestfläche 1 ha). Es sind nur Flächen mit Neuansaat förderfähig. Bestandsflächen sind von der Förderung ausgeschlossen. Die beantragten Flächen müssen in Niedersachsen liegen. Die maximale Anbaufläche in Niedersachsen beträgt 2.000 ha. Für das Aussaatjahr 2021 sind rund 200 ha zur Förderung beantragt. 
Die Förderung wird als sogenannte De-minimis-Beihilfe gewährt. Der Verpflichtungszeitraum beginnt mit dem Jahr der Aussaat und endet mit Ablauf des dritten Jahres mit Ernteverpflichtung. 
Zuwendungsanträge für eine Aussaat im Kalenderjahr 2021 konnten bis zum 15.07.2021 gestellt werden. Ferner besteht bis zum 30.11.2021 die Möglichkeit, Zuwendungsanträge für eine Aussaat im Kalenderjahr 2022 zu stellen. Darüber hinaus können keine weiteren Zuwendungsanträge gestellt werden.
Die Auszahlung der Zuwendung ist jährlich unter Vorlage des Auszahlungsantrags bis zum 30.09. zu beantragen. Antragsteller, die eine Bewilligung für eine Aussaat im Kalenderjahr 2021 erhalten haben, müssen bis zum 30.09.2021 den ersten Auszahlungsantrag stellen.

Die zuständige Bewilligungsbehörde ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die entsprechenden Anträge sind bei der jeweils zuständigen Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen einzureichen. Die zuständigen Bewilligungsstellen können dem PDF-Dokument „Kontakt Bewilligungsstellen der LWK Niedersachsen“ entnommen werden. Das Zuordnungskriterium ist hier die dreistellige Zahl nach den Ziffern 27603.

Auf den beantragten Ackerflächen sind mehrjährige Blühflächen anzulegen. Die Saatgutmischung muss aus mindestens 15 Pflanzenarten aus einer vorgegebenen Liste enthalten. Geeignete Mischung können Sie über den handelsüblichen Weg beziehen.
Im Jahr der Aussaat ist eine Stickstoff-Düngung (organisch und/oder mineralisch) der Blühflächen untersagt. In den Folgejahren ist eine Düngung bis zum 15.06. jeden Jahres zulässig, als jährlicher Düngebedarf sind maximal 150 kg Gesamt Stickstoff anzusetzen.

Ein Einsatz von organischem Dünger (Gülle/Gärrest) ist zugelassen. Der Einsatz von Klärschlamm ist untersagt.
Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist untersagt. Ausnahme hiervon ist die einmalige Durchführung einer Maßnahme zur Bekämpfung von Gräsern im Aussaatjahr oder im darauffolgenden Frühjahr. Zudem ist ausnahmsweise ein Pflegeschnitt bei starkem Auftreten von Ackerbegleitkulturen (Problemkräuter) durch hohes Abschlegeln zulässig. Die Inanspruchnahme ist anzeigepflichtig. Bewässerungsmaßnahmen sind untersagt.

Es ist ein Nachweis zu erbringen, dass die Ernte in einer Biogasanlage verwertet werden kann. Dazu ist dem jährlichen Auszahlungsantrag eine entsprechende schriftliche Vereinbarung vorzulegen. Eine Ernte ist einmal jährlich durchzuführen (außer im Aussaatjahr). Es ist zulässig, einen Teilstreifen (max. 10 % des Schlages) zum Schutz von Insekten stehen zu lassen. Sofern witterungsbedingt keine Ernte erfolgen kann (Anzeigepflicht), wird eine Ausnahme zugelassen. Gleiches gilt in Fällen höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände.

Hinweis Kombinierbarkeit mit der AUM-Maßnahme BV 1:
Eine Kombination von mehrjährigen Wildpflanzen und BV1 Ökologischer Landbau ist bewilligungsfähig, aber die BV1 Prämie ist nicht auszahlungsfähig.
In der RL NiB-AUM unter Pkt. 12.3 lautet der Text:
Eine Förderung wird nur für Kulturen gewährt, bei denen sich die ökologische und die konventionelle Produktion wesentlich unterscheiden und die als Lebens- oder Futtermittel verwendet werden können.
Der Aufwuchs der mehrjährigen Wildpflanzen erfüllt diese Anforderung nicht, sodass hier die Förderung BV1 Ökologischer Landbau nicht gezahlt werden kann.
Insofern kein ökologisch produziertes Saatgut zur Verfügung steht, kann mit Zustimmung der Ökokontrollstelle konventionelles Saatgut auf den Flächen ausgedrillt werden.

Sie finden im Anhang die Richtlinienänderung vom 02.07.2021.

Kontakte

Thomas Lihl

Leiter Fachbereich Direktzahlungen

 0511 3665-1348

  thomas.lihl~lwk-niedersachsen.de


B.Sc.
Aline Barnkothe

Agrarumweltmaßnahmen

 0511 3665-1212

  aline.barnkothe~lwk-niedersachsen.de


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